Mit ‘Elefanten’ getaggte Artikel

Elefanten-Keulung in ZA

Donnerstag, 15. Mai 2008

In Südafrika ist die Keulung von Elefanten seit 1. Mai wieder erlaubt. Bei dieser Tötungsmethode werden ganze Elefantenherden mit Bullen, Kühen und Jungtieren ausgelöscht. 

Elefantenherde in KeniaDie Nachfrage nach Elfenbein soll enorm sein, seit der Handel 1989 weltweit verboten wurde. Vor allem die Chinesen (die werden mir immer unsympathischer) kaufen wohl alles auf, was auf den illegalen Markt kommt. Jetzt hat Südafrika nach 13 Jahren das Verbot der Elefantenjagd aufgehoben und es ist zu befürchten, dass es wieder einen internationalen Elfenbeinhandel Jahren geben wird.

Hintergrund für die Aufhebung des Verbotes ist die stark wachsende Elefantenpopulation, die das Gleichgewicht der Natur und die Artenvielfalt gefährden könnte. Im Krüger-Park leben nach einer im August 2007 vorgenommen Schätzung wieder über 13.500 Elefanten. In den angrenzenden privaten Naturparks kommen weitere 2000 Tiere dazu. Botswana, Namibia und Simbabwe klagen ebenfalls über zuviele Elefanten. Andere Länder wie etwa Mosambik, Angola, Kenia und Kongo bemühen sich dagegen, die Zahl der Dickhäuter zu steigern - nicht zuletzt um mehr Touristen anzulocken.

Naturschützer gehen davon aus, dass die Keulungen schon dieses Jahr beginnen und in den kommenden fünf Jahren bis zu 1000 Tiere jährlich getötet werden.
Um einen Imageschaden und negative Folgen für die Tourismusbranche zu vermeiden, wird die südafrikanische Regierung die Keulungen voraussichtlich in den Wintermonaten (Mai bis September) möglichst ohne Aufsehen zu erregen über die Bühne zu bringen. Das wollen Tierschutzorganisationen natürlich verhindern und - auch vor dem Hintergrund der WM in 2010 - internationalen Druck aufbauen.

Kann es überhaut einen ethischen oder ökologischen Grund, aus dem das vorsätzliche Töten auch nur eines einzigen Elefanten erlaubt werden darf, geben? Die Zahl der Elefanten im Krüger-Park mag gestiegen sein, aber wir wissen doch gar nicht, ob der Anstieg oder die Keulung irgendeinen Einfluss auf die Artenvielfalt haben oder nicht. Ich meine sogar mich zu erinnern, kürzlich einen Bericht darüber gelesen zu haben, dass in Gebieten mit vielen Elefanten sogar eine größere Artenvielfalt herrsche. Außerdem hat man - nicht nur in Afrika - schon genug Schaden durch irgendwelche Eingriffe in die Natur angerichtet. Es ist doch immer so, als würde man an einer Stelle ein Loch stopfen, damit an sich an der nächsten ein neues auftut. Warum lässt man das nicht einfach die Natur regeln?

Und last but noch least: Elefanten sind uns Menschen sehr ähnlich, sie empfinden Schmerzen und Trauer genau wie wir, sie haben ein starkes Familiengefühl, ein Erinnerungsvermögen und ein Identitätsbewusstsein. Es ist und bleibt ein schreckliches und grausames Unrecht, diese wunderschönen Tieren massenhaft zu töten.

Elefanten in Kenia

Dienstag, 13. Mai 2008

Die Dickhäuter galten in Kenia schon fast als gerettet. Doch jetzt wird wieder Jagd auf sie gemacht.
In den Achtziger Jahren standen Kenias Elefanten vor der Ausrottung. Durch das ganze Land zogen damals bewaffnete Banden von Wilderern und legten auf die Dickhäuter an, und nicht selten waren staatliche Behörden in diesen Massenmord an den Dickhäutern verstrickt.
Es dauerte einige Jahre, bis dem Elefantensterben ein Ende gesetzt werden konnte, und sich die Population langsam wieder erholte. Umso trauriger ist es, dass allein im Januar und Februar 2008, den beiden Monaten also, als die politischen und ethnischen Unruhen in Kenia ausbrachen, in der Amboseli-Region vierzehn Elefanten mit Speeren angegriffen wurden und von diesen vierzehn seien vier bereits tot sind. Was von vielen befürchtet worden war, ist also eingetreten. Der Zusammenbruch der staatlichen Ordnung und das plötzlich durch ausbleibende Touristen fehlende Geld im Tierschutz hatten Kenia wieder zurückgeworfen in die finstersten Zeiten der Wilderei.
Der Amboseli N.P. im Südwesten Kenias gehört zu den berühmtesten kenianischen Nationalparks. Er liegt ca. 240 km von der Hauptstadt Nairobi entfernt und ist mit dem Auto in ungefähr vier Stunden zu erreichen. Er grenzt direkt an Tansania. Bei klarem Wetter hat man dort einen traumhaften Blick auf den 5895 Meter hohen Kilimandscharo.

Vor dem Kilimandscharo grasende Elefantenherden gehören wohl zu den berühmtesten afrikanischen Fotomotiven.
Elefantenherde vor KilimandscharoEinst gehörte der Park zum gewaltigen, 1899 von den britischen Kolonialisten geschaffenen “Southern Game Reserve”, in welchem die Massai Mara, Amboseli und Tsavo-West vereinigt waren. 1948 wurde daraus das “Masai Amboseli Game Reserve”, das 1961 unter die direkte Verwaltung durch die Massai, in deren Siedlungsgebiet es liegt, gestellt wurde. 1974 wurde Amboseli allerdings wieder unter staatliche Kontrolle gestellt. Die neue kenianische Regierung fürchtete, die Massai könnten das Gebiet zu stark überweiden und dadurch Tiere und zahlungskräftige Touristen verprellen.

Ins Gerede kam der Amboseli Nationalpark, als die kenianische Regierung vor einigen Jahren erwog, ihn den Massai zurückzugeben. Es war der verzweifelte Versuch von Präsident Mwai Kibaki gewesen, Stimmen für das Referendum um die neue Verfassung zu gewinnen: Sollten die Massai Amboseli als Geldquelle zurückbekommen, könnten sie für die umstrittene Verfassungsänderung stimmen. Doch Kibakis zynisches Kalkül, Kenias Wildlife für ein paar Wählerstimmen zu verkaufen, ging nicht auf.
Tierschutzorganisationen befürchteten, die Massai würden Amboseli wieder als Weideland nutzen (was in einem Nationalpark verboten ist) und damit die Elefanten in andere Gebiete treiben, wo sie Konflikte mit den Bauern provozieren würden.

Der Amboseli N.P. war schon immer für seine Elefantenherden, die von Wasserloch zu Wasserloch ziehen, berühmt. Noch immer sollen über 1500 Elefanten im Amboseli-Ökosystem leben, von dem der Park aber nur weniger als 10% ausmacht: Elefanten legen gewöhnlich weite Wege zurück, ziehen zum Fressen von Tansania in den Amboseli-Nationalpark herüber und wieder zurück. Keine Zäune halten sie auf, denn anders als in dem meisten Ländern des südlichen Afrikas sind in Kenia die Nationalparks nicht eingefriedet. Ein Paradies, wenn die Probleme mit der Wilderei nicht wären.

Dabei sind die Probleme mit den Elefanten vielfältig: Während der schlimmsten Jahre der Wilderei zogen sich viele Elefanten in unzugängliche Gebiete zurück, wo sie den Gemetzeln ausweichen konnten. In den ehemaligen Lebensräumen der Elefanten siedelten dann Menschen und bauten Mais oder Getreide an. Seit dem Stop der Elefantenmorde, kehren immer mehr von ihnen aus ihren Verstecken zurück und treffen nun in zunehmendem Maße auf Bauern, die auf den alten Elefantenrouten nun Felder angelegt haben.

Auch die Umgebung des Amboseli-Nationalparks wird immer dichter bebaut. Das Ökosystem gerät unter heftigen Druck durch Aufteilung des Lands, das den Park umgibt, welches wird in steigendem Maß von privaten Geschäftsleuten aufgekauft wird, die dort Landwirtschaft betreiben oder edle Lodges für Touristen errichten. Einheimische Politiker und Massai-Krieger, die Jobs benötigen, unterstützen diese Tendenz - verständlich, denn: Eine Bevölkerung, die immer mehr verelendet und von den Tourismus-Einnahmen, die überwiegend in die Taschen korrupter Politiker fließen, so gut wie nicht profitiert, schaut sehnsüchtig hinüber auf das fruchtbare Land, in welchem Kenias Wildtiere grasen. Immer stärker drängen deshalb Massai mit ihren Herden in die Nationalparks, wo das Gras hoch steht und die Wasserlöcher teilweise sogar künstlich angelegt sind. Sie sehen die wohlhabenden Reisenden mit ihren Luxusklamotten und den teuren Kameras und sie sehen, wie sie selber darben, wie die Preise für Lebensmittel in immer absurdere Höhen steigen, und sie sollen tatenlos zusehen, wie ihnen die Löwen die Rinder reißen und die Elefanten den Mais zertrampeln.

Es ist schon viel zu lange fällig, dass die betroffene Bevölkerung an den vielen Safari-Touristen endlich mitverdient. Doch oft werden Kenianer, die ganz konkret unter den Wildtieren leiden, nicht entschädigt. So soll im vergangenen Jahr eine Frau in der Nähe des Amboseli-Parks von einem Elefanten getötet worden sein, ihre Angehörigen bekamen keinen einzigen Kenia-Schilling.

Möglicherweise sind es enttäuschte Massai, die derzeit Jagd auf Amboselis Elefanten machen. Doch Kenias Elefanten haben auch andere Feinde. Die Gründe für die Speerangriffe auf Elefanten sind vielfältig und reichen angabegemäß von Rache, politischem Protest, dem eigenen Schutz oder dem Schutz der Ernte, Kriminalität bis zur Elfenbeinwilderei.